"Wir machen das Tempo"

Die Stuttgarter Musikschule startet beim Stuttgart-Lauf 2019 - eine Sinfonie (open air) in fünf Sätzen.

Foto (von links nach rechts): Florian Schiessler (Trompete), Kirsty Wilson (Oboe), Jonas Brodbeck (Schlagzeug), Chaeong Lim (Gitarre) und Oliver Hasenzahl (Fagott).

Introduktion, Sonntag, 26.5.19, 8.30 Uhr, vor der Mercedes-Benz-Arena

Strahlender Sonnenschein, angenehm warm. Es herrscht ein quirliges Treiben zwischen Ständen mit Getränken und Sportartikeln. Alle tragen kurze Hosen und Laufschuhe. Alle sind aufgeregt. Gar nicht einfach, die Kolleg*innen zu finden.

Die Laufshirts der Stuttgarter Musikschule sind gerade rechtzeitig fertig geworden. „Wir machen das Tempo!“ lautet selbstbewusst der Slogan auf rotem Grund. Dieses Selbstbewusstsein brauchen wir. Vor uns liegen 21 Kilometer. Genauer gesagt 21,097 Kilometer. Zum Schluss fühlen sich Zentimeter wie Kilometer an! Start ist vor der Mercedes-Benz-Arena, Zieleinlauf ist in der Arena. Gelaufen wird durch Untertürkheim, dann am Neckar entlang bis nach Freiberg und von dort über Bad Cannstatt zurück.

Um 9.00 Uhr fällt der Startschuss zum Halbmarathon. Die beiden Moderatoren geben alles. Seid ihr gut drauf? Ihr schafft das! Die Lautsprecher dröhnen. Zunächst passiert gar nichts, wenn man wie der Reporter der INTONATION ganz hinten startet. Gestartet wird in Blöcken. Es dauert gute 10 Minuten, dann laufen auch wir....

Die Kolleg*innen sind bereits weit vorne. Interviews nach dem Zieleinlauf wären nur möglich, wenn der Reporter der Schnellste wäre. Ist er leider nicht, aber er hat vorgesorgt. Die Eindrücke vom  Lauf kommen per Mail und ergeben eine Lauf-Sinfonie in fünf Sätzen.   

1. Satz, Presto accelerando, 01:41:58 h

Florian Schiessler: „Der Lauf, das Wetter und unser Team waren großartig! Vielleicht sind wir nächstes Jahr mit etwas mehr Anlaufzeit einige mehr. T-Shirts sind ja jetzt vorrätig.“ Und so kurz und bündig wie sein Statement ist Florian Schiessler gelaufen - mit Schlussspurt.

2. Satz, Presto molto energico, 01:42:05 h

Chaeong Lim: „Ich habe bereits einige Läufe hinter mir. Freiburg, Schwarzwald-Bräunlingen. Ich war sehr begeistert von der Organisation des Stuttgart-Laufs, vor allem dass jeder Läufer eine VVS-Tageskarte bekommen hat. Diese Entscheidung von der Stadt ist ganz toll. Ich hatte mein Auto in Herrenberg stehen lassen und bin von dort mit der S-Bahn gefahren. Ich hatte eigentlich vor, dass ich einen neuen Rekord laufe. Bestmarke bisher war 01:40 h. Deshalb habe ich in der ersten Hälfte mit meinem Tempo übertrieben. Das war allerdings keine gute Entscheidung. Die zweite Hälfte war sehr anstrengend für mich. Eines Tages würde ich gern die Zahl „3“ sehen. 01:3x:xx. Aber nach einem „Regentag“ wird oft der Himmel besonders klar. Sehr, sehr angenehmes Wetter zum Laufen heute. Nächstes Jahr gerne wieder!“

3. Satz Presto stringendo - calando - stringendo, 01:42:38 h

Kirsty Wilson: „Ich bin ziemlich gleich wie letztes Jahr gelaufen (genau 12 Sekunden langsamer) und bin mit mein Ergebnis zufrieden. Florian und ich sind zusammen gestartet, ich erstmal schneller weg, bei Kilometer 8 holte er mich ein und bei Kilometer 11 zog er vorbei und war nicht mehr zu holen! Vielleicht hilft die Trompetenlunge...:)? Ich habe mein Rennen taktisch in 3 Abschnitte eingeteilt. Quasi in eine klassische A-B-A Form: 7km schnell, 7km weniger schnell, und die letzten 7km wieder schnell. Die Taktik ging ganz gut auf, wobei logischerweise die letzten 7km härter waren als die ersten. GLÜCKWUNSCH an alle!!! Super gemacht- es war heiß und anstrengend! Wir haben es durchgezogen!“

4. Satz Allegro con spirito, 01:56:20 h

Jonas Brodbeck: „Ich bin langsam genug gestartet um dann auf den ersten Kilometern mein gewünschtes Wettkampftempo zu finden. Ich habe mich an einen augenscheinlich trainierten Herren gehängt und habe mich innerlich immer wieder motivieren können dranzubleiben! Bei Kilometer 17 musste ich mein Tempo drosseln, konnte aber so auf den letzten 200 Metern noch einen guten Sprint hinlegen! Mit meiner Zielzeit bin ich mehr als zufrieden!  Ich hab den Lauf unheimlich genießen können und freue mich schon auf nächstes Jahr!“

5. Satz Andante molto inspiratione e poco a poco ritardando, 02:19:31 h

Oliver Hasenzahl: „Wenn Du schneller laufen möchtest, hat mir mein Sohn erklärt, musst Du mit
Pulsuhr trainieren! Das habe ich gemacht. Ich habe beindruckende Herzfrequenzen und
dunkelrote Balken auf dem Display gesehen. Übersehen hatte ich nur eine Kleinigkeit. Die
Bodenlampe auf dem Weg. Und zack lag ich auf dem Boden. Rippen-, Zehen- und
Handgelenskprellung. Fünf Wochen nur mentales Training erlaubt. Dann habe ich erfahren, dass
unser stellvertretender Schulleiter, Andreas Jäger - Mitinitiator unseres Laufteams - nicht laufen
wird. Da habe ich die Laufschuhe nochmal zwei Wochen in der Ecke liegen gelassen. Tja, dann
muss es eben auch mal aus dem Stand gehen. Besser gesagt laufen. Vorsichtshalber immer
etwas unter Tempo. Die Taktik ging bis Kilometer 18 auf. Und dann kam da diese kleine Steigung.
O la la! Und weg war der Traum vom Schlussspurt. Poco a poco ritardando bin ich ins Stadion
eingelaufen. Trotzdem war ich stolz. Jetzt einfach nur noch sitzen. Fermate! Schluss und Ende der
Sinfonie in fünf Sätzen. Nächstes Jahr bin ich gerne wieder mit dabei!

Wir werden im Frühjahr 2020 wieder alle Kollegen und Kolleginnen anschreiben. Neben dem
Halbmarathon sind auch Staffel-Teams möglich (3 x 7 Kilometer). Wir machen das Tempo! ist
unser Slogan. Viel wichtiger ist aber der Spaß dabei und die gute Stimmung unter den
Kolleg*innen. Also, Laufschuhe jetzt schon schnüren für 2020.

Text und Fotos: Oliver Hasenzahl

Hauptstandort

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