Warst Du nicht dabei, hast Du was verpasst!

Kongress der ERTA Deutschland 2019, Stuttgart, vom 27.–29.09.2019

Drei perfekt organisierte Konferenztage, die ungemein dazu anregten, neues Repertoire auszuprobieren, Bewegungsabläufe zu optimieren und ganz einfach Laune machten, sich noch intensiver mit dem Instrument zu beschäftigen. Jeder der ca. 70 Teilnehmenden dürfte etwas mitgenommen haben, seien es Erkenntnisse, Hörerfahrungen, sei es ein neues Instrument oder ein Notenpaket. Wer nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst!

Vorab gebührt allen Ehrenamtlichen allerhöchster Dank für eine detaillierte Planung, die perfekte Organisation und reibungslose Durchführung dieser überaus gelungenen dreitägigen Veranstaltung. Auch das Ambiente war durch die tatkräftige Unterstützung der Stuttgarter Musikschule und dank der exzellenten Bewirtung im „Rudolfs“ perfekt. Hier ein Überblick über einige der Veranstaltungen.

Hören und Spielen – die Workshops

Das größte Zeitfenster des Kongresses füllten die fünf Workshops, die es sich zur Aufgabe machten, originales Repertoire für Blockflöte und Akkordinstrument (Hammerflügel, Orgel, Klavier, Cembalo, Zupfinstrument) jenseits der üblichen Bereiche (Barock, Avantgarde, Jazz) stärker in das spielerische Bewusstsein zu rücken.
 
Die Teilnehmer konnten vom Csakan über Markneukirchner Instrumente in D bis zur Hopf »Silberton« Blockflöten abseits des Üblichen ausprobieren. Wer hat schon eine Biedermeiergitarre oder »Wiener Terzgitarre« im Original zusammen mit Blockflöte gehört?
 
Der Schwerpunkt der anderen Workshops lag auf der »klassischen Moderne« des 20. Jahrhunderts. Interessierten sei die im Vortrag von Michael Hell erwähnte Studie »Carl Dolmetsch and the 20th century recorder repertoire« von Andrew Mayes (Peacock Press, 2011) wärmstens empfohlen.

Gemeinsam musizieren – „Blockflötensinfonik“ zum Ausprobieren

Wie schön ist es, wenn der Komponist Markus Zahnhausen als Kameramann anwesend ist und die Spielerinnen des Freitagsorchesters darüber aufklären kann, was er sich bei seinem »Birds und Chimes« gedacht hat. So geschehen bei der Probe des Freitagsorchesters.
 
Das Musizieren im Samstagsorchester, in einem reich von Sopranino bis Kontrabass besetzten und von Chris Orton mit britischem Humor höchst kompetent geleiteten Ensemble, bereitete allen Beteiligten einen Riesenspaß.
 
Peter Thalheimer leitete das Sonntagsorchester, das durch den Einsatz von Gitarre und Klavier zusätzliche Klangfarbenreize erhielt. Besser konnte man den Geist des Kongresses in seiner Abschlussveranstaltung nicht zusammenfassen.

Zurücklehnen und genießen – Konzerte

Das Organisationsteam hatte zwei Ensembles zu Konzerten eingeladen.
Den Anfang machte das Blockflötenorchester Picobella aus dem Kraichgau mit einem kurzweiligen, höchst abwechslungsreichen Programm, das Werke aus Renaissance und Frühbarock mit Kompositionen des 20. Jhds kontrastierte.

Für das Samstagskonzert konnte das internationale Spitzenensemble B-Five Recorder Consort gewonnen werden. Auch hier hieß es »Alt trifft Neu«. Obgleich im Programmverlauf permanent Instrumente gewechselt werden mussten, blieb die Intonation perfekt, der Ensembleklang bei aller Homogenität in der Stimmführung durch feinst abgestimmte Artikulation immer transparent: transzendentes Musizieren in excelsis!

Stöbern und Probieren – Stockstadt goes Stuttgart

Als ob dieses umfängliche Angebot nicht gereicht hätte: Nein, ein Mini-Stockstadt in Stuttgart durfte nicht fehlen! Die Workshops verführten zum Erwerb neuen Spielmaterials aus dem wirklich reichhaltigen Notensortiment aller wichtigen Blockflötenverlage.

Bewegen und Entspannen – Tanz, Dalcroze, Feldenkrais, Lachyoga

Dass eine perfekte Technik nur auf der Basis von entspanntem Tun funktionieren kann, ist allgemein bekannt. Deshalb war es mehr als sinnvoll, auf dem Kongress auch diesen Bereich einzubeziehen, so leitete z.B. Bernd Niedecken drei Tanz-Workshops, die in enger Verbindung zum Repertoire standen.
 
Text: Thomas Baack, Fotos: Nik Tarasov
 

(Erstellt am 26. November 2019)

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