Softskills...mehr als Worte

Die Fortbildung mit Sebastian Herbst an der Bundesakademie Trossingen befasste sich mit dem elementarsten Bestandteil des Unterrichts, der Sprache. Wie spreche ich über Unsagbares, welche Bilder vermittle ich, wie setze ich Sprache methodisch bewusst ein und wie entwickle ich einen sensiblen Sprachgebrauch im Instrumentalunterricht. Ein sehr anregendes Seminar, das noch lange nachwirken wird.

Fortbildungen gehören zu unseren sogenannten Zusammenhangstätigkeiten.
Die Stuttgarter Musikschule unterstützt uns daher auch immer bei längeren Seminaren - finanziell und auch organisatorisch (wenn dafür Unterricht verlegt werden muss).
Beim Durchsuchen der zahlreichen Angebote bin ich auf die Fortbildungsreihe „Soft skills“ an der Bundesakademie in Trossingen gestoßen.
(https://www.bundesakademie-trossingen.de/fileadmin/user_upload/Soft-Skills-im-Unterricht.pdf)
 
Der Ausschreibungstext sprach mich sofort an. Es ging einmal nicht um fachspezifisches Wissen sondern um ein ganz elementares, aber wesentliches Element des Unterrichts. Ich erhoffte mir Anregungen und neue Impulse für meinen Unterricht. Ich kann hier schon verraten, dass die Erwartung voll erfüllt wurde.

Sprechen über Musik

Der Dozent Sebastian Herbst (https://www.uni-paderborn.de/person/60139/)hatte ein umfangreiches Programm und ebenso umfangreiches Arbeitsmaterial für uns vorbereitet. Zunächst beschäftigten wir uns mir dem Sprechen über Musik.

Wie spricht man über „Unsagbares“? Welche Metaphern, welche Fachsprache, welche Alltagssprache benutzen wir. Wie setzen wir Körpersprache ein, wie bringen wir den Schülern die fachspezifische Sprache bei, wie sprechen wir altersspezifisch, wie verbalisieren wir musikalische Phänomene etc..

Sprache als methodische Aktionsform

Als Lehrer*in kann ich beobachten, bewerten, korrigieren, anregen, ermuntern, helfen, loben, kritisieren, beraten, diskutieren. Jede dieser Aktionsformen hat ihre Vor-und Nachteile und für jede Unterrichtssituation kann etwas anderes sinnvoll und notwendig sein. Anhand von konkreten Unterrichtssequenzen wurde dies deutlich.

Sprache bei der Vermittlung von Klangvorstellung

Eine wichtige Aufgabe im Instrumentalunterricht ist das vermitteln und entwickeln von Klangvorstellung. Hier belieferte Sebastian Herbst uns mit Vokabular: eine schöne Anregung sein eigenes Vokabular zu erweitern und auch die Schüler zu ermuntern, sich immer differenzierter mit Klang auseinanderzusetzen.

Grammatikalische Besonderheiten der Unterrichtssprache

Dabei beschäftigten wir uns mit den Bedeutung von Fragen. Einen besonderen Augenmerk legten wir auf den Umgang mit Fehlern und die Entwicklung einer positiven Fehlerkultur in der Musikpädagogik und wie diese sich in verbaler und auch nonverbaler Kommunikation äußert.

Selbstbeobachtung

Sprache im Unterricht ist ein umfangreiches Feld, das einer guten Selbstbeobachtung und auch Beobachtung von außen bedarf, um sich seiner eigenen Kommunikation bewusst zu werden und so eine sensibles Sprechverhalten zu erwerben. Und hier kamen wir dann auch von der Theorie zur Praxis. In jedem Themenabschnitt notierten wir, auf was wir künftig in unserem Unterricht achten, was wir verbessern oder vermeiden wollten. Die zusammengetragenen Notizen ergaben am Ende eine lange Checkliste, mit der wir nun weiter arbeiten können.
 
Mit Hilfe dieser Liste habe ich nun begonnen jeweils einen bestimmtem Aspekt in meinem Unterricht zu beobachten und mit der Checkliste zu vergleichen. Längerfristig wäre es sicherlich nützlich, dies mit Unterstützung von Kolleg*innen oder auch einer fachfremden Person zu tun, denn die Selbstbeobachtung hat natürlich Grenzen.
 
Doch wie es auch in der Ausschreibung zum Seminar angekündigt war, finde ich, dass es sich unbedingt lohnt genauer auf Sprache zu schauen. Mithilfe der Selbstbeobachtungsliste kann ich die weniger gelungenen Unterrichtsstunden besser analysieren und habe einen Ansatzpunkt für Veränderung. Aber auch die gelungenen Aspekte im Unterricht werden mir deutlicher, was sehr motivierend ist. Die Qualität des Unterrichts lässt sich ja oft nicht am messbaren Erfolg der Schüler erkennen (z.B. Preisträger bei „Jugend musiziert“) sondern im Unterrichtsgeschehen selber, der Qualität der Beziehung und der Entwicklung des Schülers, gemessen an seiner individuellen Begabung, Motivation und Leistungsbereitschaft. Hierbei müssen wir als Lehrer*innen lange Zeiträume im Blick behalten - keine leichte Aufgabe.
 
Die Anregungen aus dem Seminar habe ich als sehr hilfreich empfunden.Vielleicht lässt sich Sebastian Herbst auch für einen pädagogischen Tag an der Stuttgarter Musikschule gewinnen.
 
Text und Foto: Katharina Künstler
 
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oder:
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(Erstellt am 16. Dezember 2019)

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